Nationales Museum für dekorative Kunst
Das Nationale Museum für Dekorative Kunst (MNAD) liegt im Madrider Kunstdreieck und ist eines der ältesten und bedeutendsten Museen der Stadt. Untergebracht in einem Palast in der Rua Montalbán 12, unweit des Retiro-Parks und des Prado-Museums, bietet es einen Einblick in die Entwicklung der dekorativen Künste – Möbel, Keramik, Glas und Textilien – vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.
Das staatliche Museum wurde 1912 als Nationales Museum für Industriekunst gegründet und erhielt seinen heutigen Namen 1927. Ursprünglich lag sein Schwerpunkt auf der pädagogischen Ausbildung, inspiriert vom Victoria and Albert Museum und dem Musée des Arts Décoratifs. Nachdem das Museum zunächst in der Sacramento Street ansässig war, zog es 1932 in den ehemaligen Sommerpalast der Herzogin von Santoña (1878) um, der später erweitert und 1962 zum historisch-künstlerischen Denkmal erklärt wurde.
Es umfasst 60 Räume auf fünf Etagen, von denen einige historische Szenen nachbilden, wie beispielsweise eine valencianische Küche aus dem 18. Jahrhundert mit 1.536 Fliesen. Von den rund 70.000 Objekten in seiner Sammlung sind etwa 1.600 ausgestellt. Das Museum ist bekannt für seine Sammlungen spanischer angewandter Kunst und seine bedeutenden internationalen Bestände, insbesondere orientalischer Kunst mit Stücken aus China (Ming- und Qing-Dynastie), den Philippinen, Indien, Indonesien, Japan, Nepal und Thailand.
Die Sammlung reicht von einem Steingutkrug aus dem 11. Jahrhundert bis hin zu europäischen Stücken aus Meißen, Delft, Limoges, Capodimonte und Sèvres und ist besonders für ihre italienische glasierte Keramik bekannt, die 2004 durch die Sammlung Enrique Scharlau Bellsch erweitert wurde. Ebenfalls bemerkenswert sind die Teppiche aus Cuenca und Alcaraz (15.–17. Jahrhundert), spanische Möbel aus dem 14. Jahrhundert, Werke aus der Königlichen Steinmetzwerkstatt im Buen Retiro Palast, über 550 Silberwaren, historische Uhren, Wandteppiche wie „Die Vision des Ezechiel“, Textilien aus dem 2. Jahrhundert und eine umfangreiche Glassammlung mit Werken von Émile Gallé und René Lalique.
Aufgrund der Vielfalt und des Reichtums seiner Sammlungen zählt das Nationale Museum für Dekorative Kunst zu den bedeutendsten Kulturstätten Madrids. Die Ausstellungen ermöglichen es Besuchern, handwerkliche und industrielle Techniken zu entdecken, die heute in Vergessenheit geraten sind, und die Entwicklung von Geschmack, Design und Alltag über die Jahrhunderte hinweg zu verstehen. Es ist ein absolutes Muss für alle, die Kunst und Geschichte in der spanischen Hauptstadt aus einer neuen Perspektive erleben möchten.
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