Valdemorillo
Die Herrerian-Kirche, die alte Töpferei und die Umgebung des Flusses Guadarrama bieten ein unvergessliches Erlebnis, ergänzt durch die Stierkampftradition und die charmanten Einsiedeleien.
Valdemorillo
Valdemorillo liegt 42 km westlich von Madrid, am Fuße der Berge zwischen den Flüssen Perales und Aulencia und südlich des Valmayor-Stausees. Die Stadt hat knapp 14.000 Einwohner.
Die Ursprünge Valdemorillos lassen sich anhand von Keramikfunden aus der Bronzezeit belegen. Entlang römischer Straßen, die im Mittelalter noch genutzt wurden, fand man zudem römische und westgotische Keramikfragmente.
Die heutige Lage Valdemorillos ist erstmals 1302 im Jagdbuch Alfons XI. erwähnt. Nach der Reconquista besaßen die Könige Johann II. und Heinrich IV. Jagdschlösser und Pavillons in Valdemorillo, die während der Herrschaft der Katholischen Könige aufgegeben wurden. Auch Philipp II. wurde auf Valdemorillo aufmerksam und wählte es als Residenz für Prinz Muley Xeque Xarife, der aus Marokko verbannt worden war, während seiner Vorbereitungen auf die Taufe als Don Felipe de África. Im Jahr 1575 empfing Valdemorillo den Trauerzug, der die sterblichen Überreste von Kaiser Karl V. und seiner Gemahlin, Kaiserin Isabella von Portugal, nach San Lorenzo de El Escorial überführte. Philipp II. verlieh Valdemorillo das Stadtrecht, das 1628 von Philipp IV. bestätigt wurde. Auch im 18. Jahrhundert war Valdemorillo ein beliebter Aufenthaltsort für Könige, die der Jagd nachgingen. Mitte des 19. Jahrhunderts markierte die Gründung der Aulencia-Gesellschaft ein bedeutendes Ereignis. Sie produzierte die feinsten Steingutwaren der damaligen Zeit und integrierte die Stadt in die industrielle Entwicklung.
Unter dem historischen und künstlerischen Erbe der Stadt ragt die Kirche Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt heraus. Erbaut im Jahr 1601, wurde ihre Hauptfassade im Stil von Juan de Herrera gestaltet, was einen Kontrast zu den spätgotischen und barocken Elementen im Inneren sowie den mozarabischen und romanischen Überresten bildet. Ihr einheitliches Erscheinungsbild verdankt sie der Renovierung durch Bartolomé Elorriaga, einem Schüler von Juan de Herrera. Im Inneren blieb nichts vom Spanischen Bürgerkrieg erhalten. Besonders sehenswert sind der Glockenturm und sein unvollendetes Gegenstück sowie das Gewölbe des oberen Chors.
Die alte Töpferei von Valdemorillo wurde 1845 von der Firma Aulencia, Falcó & Co. als Fabrik für Kalk, Glas, Steingut, Porzellan, Steinzeug und Hohlglas gegründet. Eine ihrer bemerkenswertesten Besonderheiten ist der Turm mit drei Flaschenöfen zum Brennen des Porzellans. Das Gebäude wurde restauriert und wird heute verschiedenen öffentlichen Zwecken genutzt. Es beherbergt das CUMVAL, das Höhlenmuseum für Keramik und Glas von Valdemorillo.
Die Einsiedelei Valmayor liegt neben dem gleichnamigen Stausee, etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum Valdemorillos entfernt. Sie ist das einzige Überbleibsel des alten Dorfes. Am ersten Sonntag im Juni findet dort die Wallfahrt zur Jungfrau der Hoffnung statt.
Die Einsiedelei San Juan wurde im 19. Jahrhundert auf den Ruinen einer Vorgängeranlage errichtet. Es ist eine der beiden erhaltenen Einsiedeleien von ursprünglich sieben in Valdemorillo. Besonders bemerkenswert ist die hölzerne Kassettendecke im Inneren. Am Johannistag werden rund um die Einsiedelei Freudenfeuer entzündet.
Das Museum der Eduardo-Barreiros-Stiftung präsentiert die Leistungen, die Beharrlichkeit und die Experimentierfreude dieses Ingenieurs. Es ist das erste Museum in Spanien, das einer bedeutenden Persönlichkeit der Automobilbranche gewidmet ist – einem Mann, der es schaffte, aus dem Nichts eines der wichtigsten Privatunternehmen der spanischen Industrieentwicklung in den 1950er- und 60er-Jahren aufzubauen.
Der Stierkampf hat in Valdemorillo eine lange Tradition, wie die Stierkampfarena La Candelaria beweist, eine 2007 erbaute überdachte Anlage für Stierkämpfe und andere Veranstaltungen. Die Arena bietet Platz für 5.000 Zuschauer.
Die Natur rund um Valdemorillo liegt im Naturschutzgebiet des Regionalparks Mittlerer Lauf des Flusses Guadarrama. Die artenreiche Natur der Region hat Wandern, Offroad-Touren, Camping und Reiten gefördert. Besonders empfehlenswert sind die Routen entlang des Lanchalagua-Flusses, des Perales-Flusses und der Valmayor-Einsiedelei.
Aufgrund der Nähe zum Valmayor-Stausee, dem zweitgrößten Stausee der Region Madrid, ist die Gegend ein beliebtes Ziel für Wassersportarten wie Segeln und Angeln. Sie umfasst zudem vielfältige Ökosysteme, darunter Uferhaine, Steineichenwälder und Überschwemmungsgebiete. Der Stausee bietet zahlreichen Amphibien-, Fisch-, Reptilien- sowie Wasser- und Zugvogelarten ein Zuhause.
Foto: Kirche Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt
Foto: Höhlenmuseum von Valdemorillo für Keramik und Glas

Foto: Stierkampfarena Candelaria © Telemadrid

Foto: Rathaus von Valdemorillo

Foto: Einsiedelei Valmayor © Telemadrid

Foto: Museum der Eduardo Barreiros-Stiftung

Foto: Windsurfen auf dem Valmayor-Stausee

Foto: Segeln auf dem Valmayor-Stausee
Karte und Transport
- Karte von Valdemorillo
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